Was haben wir bis heute erreicht?


Nach meiner vierjährigen Seelsorgearbeit in Indien kam ich nach Österreich zurück und übernham die Kaplanstelle in meiner ehemaligen Patengemeinde Hohenems, Vorarlberg.
Bei einer Predigt am Missionssonntag erzählte ich über die Obdach- und Arbeitslosen und die neu gebauten Häuser - großartig - einige gutherzige und solidarisch denkende Mitchristen starteten Sammelaktionen. Viele Familien reduzierten die Weihnachtsgeschenke und finanzierten einige Häuser. Manche Jubilare verzichteten auf Geschenke bei Ihren runden Geburtstagen und spendeten weitere Häuser.
Es ist großartig zu sehen, mit welcher Begesiterung auch junge Leute mitmachen. Die Hohenemser Pfadfinder bringen das Friedenslicht von Tür zu Tür und sammelten so das Geld für zwei weitere Häuser. Ein junger Mountanbiker erradelte mit seinem Mountainbike insgesamt fünf Häuser. Das Institut St. Josef (Hauswirtschaftsschule) in Feldkirch veranstaltete eine indische Woche und finanzierte 7 Häuser. Zwei Kindergärten aus Hohenems bastelten wochenlang Praktisches, Nützliches oder einfach nur Dekoratives und beschenkten dadurch drei arme Familien. Die Welle der Hilfsbereitschaft ebbt nicht ab. Durch Projektwochen, Weihnachtsfeiern, Osterbazare und den Verzicht von Blumen am Grab konnten sie wiederum vielen Armen ein Obdach ermöglichen.
So gelang es uns bis heute über 1250 Familien (Stand August 2010) ein Dach überm Kopf zu schaffen uns ein stabiles Heim zu geben. Das bedeutet, dass über 8000 Menschen ein Zuhause haben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.
Es ist mir ein große Freude, jedes Jahr nach Hause zu fliegen, um neue Häuser einzuweihen und zu schauen, welche Fortschritte unsere Aktion macht. Mir ist aber bewusst, dass das was wir bis jetzt geleistet haben, ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.
Immerhin leben in Indien Millionen Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sie alle suchen einen vertrauten Schlupfwinkel, ein warmes Nest, einen behaglichen Hafen - Ein Dach überm Kopf. Es gibt in meiner Heimat Indien noch sehr viele Menschen, die dringend eine Herberge suchen.
Wie vor zweitausend Jahren Maria und Josef, suchen Millionen Menschen in Indien eine Herberge, um menschenwürdig leben zu können. Mit diesen armen, obdach- und arbeitslosen Menschen geht Jesus auf die Straßen dieser Welt und klopft an die Türen unserer Herzen. Wer diese armen Menschen aufnimmt, nimmt Jesus auf.
"Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan." (Mat. 25, 42f.)
Diese Aktion geht weiter und ich hoffe, dass die Hilfsbereitschaft der Mitchristen nicht versiegt. Ans Aufhören denke ich ohnehin noch lange nicht - sonst müßte ich mit dem Christsein aufhören. 
|